Eps22 - Christina Grubendorfer: Organisation ist keine Gruppe netter Menschen. Sondern ein System, das Regeln braucht.

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Machergeist Podcast – Episode 22: Christina Grubendorfer

Titel: „Organisation ist nicht nett – sie ist notwendig“

Gesamtlänge: 59:48 Minuten

Kapitelmarken:

00:00 – Intro: Organisation auf die Bühne holen

02:16 – Warum Organisation keine Summe von Menschen ist

07:32 – Spannungen zwischen Mensch und Organisation

13:10 – Der Irrtum psychologischer Deutungsmuster

18:43 – Organisation ist strukturiert durch Regeln – nicht Gefühle

24:01 – Wie Irritationen durch Regeln fruchtbar werden können

30:40 – Die Rolle von Macht und Entscheidung in Systemen

36:08 – Der Ruf nach Haltung – und sein blinder Fleck

42:27 – Warum Organisation nicht psychologisch heilbar ist

48:50 – Integration statt Intervention: wie Neues systemisch andocken kann

55:10 – Verweis auf Konferenz „Integrales Management“

57:26 – Fazit: Die Regeln als Verbündete begreifen

Zusammenfassendes Transkript (inhaltlich verdichtet):

In dieser Folge wird die Organisation selbst auf die Bühne geholt – nicht als Nebendarsteller im menschlichen Entwicklungsdrama, sondern als Hauptakteur mit eigener Logik.

Christina Grubendorfer zeigt, dass Organisationen nicht aus Menschen bestehen, sondern aus Sinnstrukturen, Entscheidungen, Regeln – und genau das macht sie produktiv. Menschen agieren innerhalb dieser Strukturen, erleben dabei Spannungen, die fälschlich oft als persönliche Konflikte gedeutet werden. Dabei liegen sie oft in den organisationalen Regeln selbst begründet – Regeln, die unbequem, paradox oder gar haarsträubend wirken, aber notwendig sind.

Das Gespräch bricht mit dem psychologisierenden Blick auf Organisation: Gefühle sind wichtig – aber sie strukturieren keine Organisation. Was Organisation strukturiert, sind Entscheidungen, Kommunikationsmuster, Erwartungsverdichtungen – kurz: Funktionen, nicht Intentionen.

Christina argumentiert, dass Interventionen oft scheitern, weil sie versuchen, auf Bewusstsein zu zielen, ohne den organisationalen Kontext ernst zu nehmen. Wer Haltung fordert, aber Struktur ignoriert, bleibt im Nebel.

Gegen Ende geht es um die Integration von Neuem, nicht durch Widerstand oder Veränderungsdruck, sondern durch Resonanz mit der bestehenden Ordnung. Und damit auch um die Kunst, Bewusstseinsfragen mit Organisationsfragen zu verbinden – ohne beides zu vermischen.

Im Outro verweist der Host auf die Konferenz „Integrales Management“ und betont, dass es nicht darum geht, mit Philosophie oder Haltung zu wedeln – sondern Organisationen wirklich zu begegnen.

Kommentare (1)

Robert Josef Stadler

Mmh. In 30 Jahren als Berater habe ich den Satz "Unsere Führungskräfte führen nicht" kein einziges Mal von einem Kunden gehört. Dieser Satz ist falsch. "Man kann nicht, nicht führen" weil man als Führungskraft immer nachgeahmt wird, allerdings in dem, was man tut, nicht in dem, was man sagt. Zudem finde ich die Unterscheidung von Unternehmenskultur und Unternehmenszivilisation hilfreich, wie ich sie im Buch Unternehmensphilosophie und Kunst nutze.

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